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Eurocucina 2014: „Traditionelle Werte, die heute umso mehr Bestand haben“ Interview mit Robert Sachon, Chefdesigner Bosch

Eurocucina 2014: „Traditionelle Werte, die heute umso mehr Bestand haben“ Interview mit Robert Sachon, Chefdesigner Bosch

Im Eingangsbereich begrüßt das typische Rot – eine ganze Wand davon. „Willkommen in der Bosch Welt“, sagt die Teamassistentin. Noch deutet nichts darauf hin, dass hier irgendwo modernste Küchengeräte entstehen – weder die niedrigen Sideboards, noch die zurückhaltende Büroeinrichtung. Oder darauf, dass hier die Gestaltung einer Marke geprägt wird und wurde, die in den letzten Jahren mehr Design-Preise abräumte als jeder andere Hausgeräte-Hersteller. Robert Bosch Hausgeräte: Eine Marke, die Hausgeräte wie Herde, Spül- und Waschmaschinen verkauft – und im renommierten internationalen iF Ranking im Bereich „Creative“ direkt hinter Apple auf Platz 6 landete.

Klare Gestaltungssprache, zeitloses Design, traditionelle Werte.

Der Mann hinter den Preisen und Rankings  heißt Robert Sachon. Er ist es, der gemeinsam mit seinem Team das Design der Bosch-Hausgeräte entscheidend mitbestimmt. Und der ins Schwärmen gerät, wenn er von Kühlschränken, Waschmaschinen & Co. erzählt.

In Sachons Büro herrscht Minimalismus. Nur die Design-Preise, einige Fachbücher und Bildbände deuten auf das hin, womit er sich Tag für Tag beschäftigt. Und eine Bang&Olufsen Hifi-Anlage von 1968, die direkt hinter seinem Schreibtisch an der Wand hängt.

„Alte Geräte von Braun oder Bang&Olufson mit ihrer aufgeräumten Gestaltung – das ist es, was mich noch heute fasziniert. Das ist zeitloses Design, das bis heute Einfluss auf meine Arbeit nimmt“, sagt Sachon. Dazu passt auch seine Antwort, wenn man ihn nach einem Vorbild fragt. „Dieter Rams. Mich fasziniert diese klare Gestaltungssprache, die gerade heute wieder hoch im Kurs steht – und die umso mehr zu den Bosch-Markenwerten passt.“ Und dabei waren es gerade diese Markenwerte, die Robert Sachon zu Beginn seiner Tätigkeit bei Bosch auch mit Skepsis betrachtete. „Integrität, Zuverlässigkeit, Geradlinigkeit, Qualität – das war für mich eher altväterlich, das hatte für mich keine Verbindung zu unserer Lebenswelt, zu unserer Realität“, erklärt Sachon. Gerade diese Verbindung herzustellen und die Marke mit Aktualität aufzuladen – das machte sich Sachon zur Aufgabe.

„Es ging und geht uns darum, unsere Markenwerte erfahrbar zu machen“, so Sachon. Qualität sollte spürbar sein – in Haptik und Optik. Dabei spielt das Material eine entscheidende Rolle, aber auch das Thema Verarbeitungspräzision in der Gestaltung zum Ausdruck zu bringen. „Was ich früher für altväterlich hielt, hat für mich heute höchste Aktualität. Die Bosch Markenwerte sind hochattraktiv, wenn man sie richtig interpretiert und in Design und Technik übersetzt“, sagt Sachon und ergänzt: „Gerade heute, nach einer entscheidenden Krise, die uns in fast jedem Lebensbereich getroffen hat, wirken diese traditionellen Werte hochmodern. Entscheidend ist aber die eher rationalen Werte durch das Thema Design emotional aufzuladen.“

Industriedesign: Eine Mischung aus Inspiration und Trendscouting

Robert Sachon ist bei der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH groß geworden. Er begann seine Karriere bei Siemens und wechselte 2005 zur Schwester Bosch, wo er heute als Chefdesigner arbeitet. Sein Job ist seine Leidenschaft – das spürt man im Gespräch. Design ist für ihn mehr als Optik, mehr als eine Oberfläche oder eine Silhouette. Design ist für ihn ein Teil seines Lebens.

„Als Designer arbeitet man praktisch rund um die Uhr. Gute Ideen kommen ja nicht auf Knopfdruck und auch nicht dann, wenn man sie unbedingt braucht, sondern meistens an den unmöglichsten Orten. Mit guten Ideen wacht man nachts auf oder man hat sie im Flieger, im Auto oder durch komplett banale Dinge“, sagt Sachon. Inspiriert wird er auch beim Kochen. Gerade am Wochenende nimmt er sich Zeit dafür, kocht mit seinen Kindern und kommt auch dabei immer wieder auf neue Ideen. Im Alltag beschäftigt er sich mit globalen Trends.

„Im Hausgeräte-Design sind für uns vor allem die Trends aus drei anderen Bereichen entscheidend: dem der Konsumgüter, dem Automobilbereich und dem Bereich der Wohnungseinrichtung.“ erklärt Sachon. Darüber hinaus nehmen gesellschaftliche Trends Einfluss auf das Design der Geräte. Aktuell sind es die Trends Simplifizierung, Digitalisierung und Individualisierung, die Sachon und sein Team in erster Linie beschäftigen.

Trends und ihre Risiken: Design for all

Egal welcher Trend in welchem Bereich regiert: Für Bosch ist auch entscheidend, wie langlebig er sein kann. „Substanz und Nachhaltigkeit sind wesentliche Bestandteile unseres Markenversprechens. Das leben wir auch in Sachen Design.“ Kurzfristige Trends spielen deshalb bei den Bosch Hausgeräten kaum eine Rolle. Stattdessen sucht Sachon mit seinem Team nach Dauerhaftigkeit – um in diesem Bereich Trendsetter zu werden. Vorbildlich gelang das schon vor einigen Jahren bei einem Thema, das bis heute eine große Bedeutung hat: Die Öffnung der Küche zum Wohnraum. „Wir haben sehr früh erkannt, welche Bedeutung das Thema Wohnlichkeit für die Küche hat und konnten auf diese Weise mit unserer umfassenden ColorGlass Range Trends setzen“, sagt Sachon stolz. Aktuell beschäftigt ihn das Thema Digitalisierung, das auch gesamtgesellschaftlich zu einem Megatrend herangewachsen ist.

„Die Digitalisierung der Geräte und deren ständige Verbesserung bringt natürlich unzählige Vorteile mit sich – aber sie birgt auch Risiken“, glaubt Sachon. „Die Versuchung ist groß, immer mehr Programme und Features zu integrieren. Letztlich muss diese Technik aber immer beherrschbar und vor allem benutzerfreundlich sein.“ Ergonomie, Funktionalität und intuitive Bedienbarkeit sind dabei entscheidend. Und Geräte, die alle Altersgruppen ansprechen, müssen auch für alle Altersgruppen verständlich bleiben. „Wir folgen dem Motto ‚Design for all‘. Das schließt Jung und Alt mit ein“, erklärt Sachon. Neue Technologien, sagt er, seien schließlich nicht nur eine Barriere für ältere Menschen, sondern – wenn Design und Funktionalität stimmen – vor allem eine Bereicherung und Erleichterung. Und damit ein wichtiger Teil des Bosch Marken-Claims „Technik fürs Leben“.

Robert Sachon

Robert Sachon blickt auf eine langjährige gestalterische Karriere im Hausgerätebereich zurück. Unter anderem war er für die Marke Siemens als Designer tätig und verantwortete das Design der BSH-Regionalmarken Balay, Lynx, Pitsos und Profilo in Südeuropa und Südamerika. Seit 2005 prägt er als Global Design Director Bosch das Gesicht der Marke. Sein ganzheitlicher Gestaltungsansatz wurde mit rund 370 internationalen Designauszeichnungen in fünf Jahren belohnt.

Pressebild: 8571-01 bis 8571-06

Journalistenkontakt:

Astrid Zászló

+49 (0)89 4590 2906

presse.bosch@bshg.com

Der Name Bosch steht seit Generationen für wegweisende Technik und herausragende Qualität. Diesem Anspruch sind die Hausgeräte von Bosch seit über 80 Jahren verpflichtet: Bosch ist Europas führende Hausgerätemarke. Mit ihr verbinden Konsumenten weltweit effiziente Funktionalität, verlässliche Qualität und ein international ausgezeichnetes Design. Der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur, der sich nicht zuletzt im Leitgedanken „Technik fürs Leben“ widerspiegelt, ist selbstverständlich für Bosch. Er drückt sich unter anderem in nachhaltigen Produkten und ressourcenschonenden Prozessen aus.

Mehr Informationen unter www.bosch-home.com/de.

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