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Design in Perfektion

Interview mit Robert Sachon, Chefdesigner

Interview mit Robert Sachon, Chefdesigner

 

München – Seit Jahren steht das Design von Hausgeräten im Rampenlicht – mit steigender Tendenz: Designpreise für Herde, Essen oder Kühlgeräte sind mittlerweile an der Tagesordnung, und immer öfter sind optische und haptische Eindrücke bei den Verbrauchern kaufentscheidend. Wird sich diese Entwicklung fortsetzen? Welche Spielräume bietet das Design von Hausgeräten – gerade auch im Einbaubereich? Und wie kann eine große Hausgeräte-Marke die ästhetischen Maßstäbe einer ganzen Branche mitprägen? – Fragen an Robert Sachon, Chefdesigner bei Bosch.

 

Herr Sachon, wird die Bedeutung des Hausgerätedesigns weiter zunehmen? Oder ist der Zenith hier bereits überschritten?
Robert Sachon: Sie wird mit Sicherheit noch weiter zunehmen. Das Freizeitverhalten der Menschen konzentriert sich immer stärker auf das Zuhause. Wir sind eine Wohlfühlgesellschaft geworden – die zugehörigen Trends lauten „Cocooning“ und „Homing“. Statt auszugehen laden wir Freunde und Verwandte ein, kochen und feiern zwischen Küche und Esstisch. Da kommt den Hausgeräten, mit denen wir uns umgeben, eine große visuelle Bedeutung zu. Spätestens seit der Einführung unserer ColorGlass-Kühlgeräte-Edition mit ihren farbigen Glasfronten hat sich der Übergang vom Gebrauchs- zum Lifestyleobjekt definitiv vollzogen. Das wird sich voraussichtlich auch auf andere Produktbereiche ausweiten. Ich bin davon überzeugt, dass die Ästhetisierung weiterer Produktkategorien bevorsteht.

 

Design – das ist für Sie Ästhetik und….
…Ergonomie, erlebbare Produktqualität, wertige Materialität und Ausdruck hoher Technologiekompetenz. Wir entwerfen bei Bosch ganzheitliche Konzepte, um den Wert unserer Produkte mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Deshalb ist die Ästhetik der Geräte auch nicht von ihrer Funktionalität und Bedienbarkeit zu trennen. Beides muss Hand in Hand gehen und sich ideal ergänzen, um das zu sein, was sich alle wünschen: ein Produkt mit spürbarer Substanz und Klasse.

 

In den letzten Jahren ist ein ausgeprägter Purismus das große Designthema der Küchen gewesen. Wird das so bleiben?
Purismus ist und bleibt ein absoluter Megatrend, auch im Hausgerätebereich: Die Küchen sind flächig, integrativ, die Linien schlicht und gerade. Aber der Umgang mit den Materialien ändert sich. Hochwertige Materialien wie Metall, Glas und hochwertige Verbundkunststoffe bleiben zwar, doch die Oberflächen und Farben variieren. Samtig-weiche, satinierte Gläser liegen im Trend, dazu erleben wir ein Comeback der wärmeren Farben und Naturtöne.

 

Im Design erleben wir derzeit eine starke Verdichtung – die Marken rücken zusammen. Wie kann eine Marke dennoch ihr „Gesicht“ wahren?
Die Wiedererkennbarkeit von Produkten und Marken ist von zentraler und unverzichtbarer Bedeutung. Wichtig ist uns hier ein ganzheitlicher Designansatz, der sich in jedem Produkt einer Marke niederschlägt. Bosch hat eine Designphilosophie entwickelt, die dies berücksichtigt. Bestimmte Stilelemente, wie Griffe oder Anzeigen, einen alle unsere Produkte, es gibt auch Stilkonstanten wie etwa die Anordnung von Bedienelementen, die konsequent übertragen werden. Für die Marke Bosch geht es vor allem um die Visualisierung von Substanz – ausgedrückt durch kompromisslose Qualität und demonstrative Wertigkeit unserer Produkte. In unserem Design wollen wir diese Perfektion mit allen Sinnen erfahrbar machen, um den Kunden nicht nur rational, sondern auch auf emotionaler Ebene anzusprechen.
 
Gutes Design ist kein Exklusivgut mehr – auch dank Bosch?
Ja, gutes Design muss nicht elitär sein. Mir geht es darum, dass alle unsere Produkte unseren gestalterischen Ansprüchen genügen. Wir entwerfen Produkte für den Alltag, nicht fürs Museum. Unser Design ist „Design fürs Leben“. Unsere Produkte sollen in der täglichen Anwendung überzeugen, funktional wie ästhetisch. So ist es nur konsequent, dass wir die gleiche Sorgfalt auf alle unsere Geräte anwenden, vom Einsteigermodell bis zum absoluten Premiumprodukt.

 

Der „Designfit“ zwischen Küchenmöbeln und Elektrogeräten ist ein noch relativ junges Thema – dabei verschmelzen beide optisch miteinander. Zeichnet sich hier ein neuer Trend ab?
Definitiv, und diesen Trend haben wir sogar vorweggenommen. Unsere Design-Initiative, die SatinPlus-Einbaugerätereihe, ist in eine Kooperation mit dem Küchenhersteller ALNO und dem Glasspezialisten SCHOTT eingeflossen und 2010 in Serie gegangen. Entstanden ist eine Küche mit farbigen Glasfronten, bei der auch die Elektrogeräte voll integriert sind - eine völlig neue, überraschende Einbaulösung, die hervorragend aufgenommen wurde. Inzwischen sehen wir, dass branchenweit in dieser Richtung gearbeitet wird. Auch beim Trend zu mehr Farbigkeit sind wir Vorreiter. Mit dem Übergang von Edelstahl hin zu farbigem Glas verlieren Hausgeräte ihren Werkzeug-Charakter und bekommen Objekt-Charakter. Und im Zusammenhang mit der Entwicklung, dass sich das soziale Leben wieder verstärkt Zuhause abspielt, wird die Verschmelzung der technischen Geräte mit ihrer unmittelbaren Küchenumgebung auf jeden Fall ein Thema bleiben.

 

Was und wie viel hat Design mit Nachhaltigkeit zu tun?
Mir widerstrebt es das Thema Nachhaltigkeit im Design vordergründig zur Schau zu stellen. Design selbst kann nachhaltig sein, indem es – wie bei Bosch – einem ganzheitlichen und zeitlosen Ansatz folgt, der sich nicht an flüchtigen Moden orientiert. Und natürlich auch, indem es langlebige und wertvolle Materialien verarbeitet. In letzter Konsequenz ist eine hohe Qualität immer auch nachhaltig. Und diese Qualität wird im Design von vielen kleinen Details transportiert – angefangen bei Spaltmaßen über Biegeradien von Blechen bis hin zu zeitlosen Farben.

 

Pressebild: 8334-01

 

Journalistenkontakt:    
Astrid Zászló
+49 (0)89 4590 2906
presse.bosch@bshg.com


2011 feiert die Bosch-Gruppe ihr 125-jähriges Bestehen – und seit über 75 Jahren steht der Name Bosch auch bei Hausgeräten für Entwicklungskompetenz, Qualität und Zuverlässigkeit. Bereits Firmengründer Robert Bosch, der im Jahr 2011 ganze 150 Jahre alt geworden wäre, bekannte sich zu dem bis heute gültigen Leitgedanken, „Technik fürs Leben“ herzustellen. Diese Tradition verpflichtet und motiviert das Unternehmen bis heute: Als führende Hausgeräte-Marke in Europa fertigt Bosch Kühlgeräte, Waschmaschinen und Trockner, Geschirrspüler, Herde sowie Consumer Products für Haushalte auf der ganzen Welt. Seit Generationen erleichtern diese Produkte den Alltag der Menschen und verhelfen ihnen zu mehr Lebensqualität. Das Streben nach substanzieller Wertigkeit und Perfektion spiegelt sich nicht nur wider in einer ausgereiften Funktionalität der Geräte und leistungsstarker Technik, sondern auch in einer immer wieder ausgezeichneten Produktgestaltung. Der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur, der schon seit jeher zu den Unternehmensgrundsätzen zählt, äußert sich in energieeffizienten, Ressourcen schonenden und nachhaltigen Produkten und Prozessen.

 

Mehr Informationen unter www.bosch-home.com/de

 

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