Detail Pressemeldung

„BOSCH HOME FORUM“ auf der IFA 2012

Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieökonomin, und Harald Friedrich, Geschäftsführer Bosch Hausgeräte, im Interview

Was ist das wichtigste Thema für Bosch auf der IFA 2012?
Harald Friedrich: Die IFA steht in diesem Jahr für Bosch ganz im Zeichen der Forschung für eine ressourcenschonende Zukunft. Forschung und Entwicklung sind grundlegende Bestandteile unserer Unternehmensphilosophie. Wir alle sind aufgerufen, das Thema Energiewende in Deutschland nachhaltig zu forcieren. Das steht auf der politischen und auf der wirtschaftlichen Agenda des Landes. Bosch Hausgeräte gehört seit März 2012 mit Auszeichnung der Bundesregierung und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag offiziell zu den Klimaschutz-Unternehmen Deutschlands und verpflichtet sich, seine nachhaltigen Produkte stetig weiter in die Breite auszubauen. Dabei hat Bosch als Europas Weiße Ware-Hersteller Nummer 1 mit einem großen Sortiment an supereffizienten Hausgeräten den größten Impact.

Wie weit sind wir in Deutschland mit der Energiewende?
Claudia Kemfert: Die Energiewende wird aktuell eingeleitet. Innerhalb von vier Jahrzehnten soll die heute zum größten Teil auf fossilen Energien wie Kohle
(45 %) und Gas (13 %) basierende Stromerzeugung auf nahezu vollständig erneuerbare Energien umgestellt werden. Derzeit beträgt der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung  ungefähr 20 %, das ist bereits etwas mehr als Atomenergie (18 %). Zudem zielt die Energiewende darauf, sich von der Atomenergie frühzeitig zu verabschieden. Bis zum Jahr 2022 werden alle restlichen Atomkraftwerke vom Netz genommen sein. Die Energiewende führt uns somit in eine nachhaltige Energieversorgung. Blackouts wird es nicht geben, wenn ausreichend in die Verbesserung der Energieeffizienz, der Optimierung des Netzsteuerungssystems, den Ausbau der Netze  und Speicher sowie in der Übergangszeit auch in fossile Reservekraftwerke investiert wird.

Werden Unternehmen künftig weiterhin ihren Fokus auf Forschung und Entwicklung legen?
Harald Friedrich: Davon bin ich überzeugt. Wir bei Bosch Hausgeräte liegen hier schon an der Spitze mit 2.500 Mitarbeitern aus dem Forschungsbereich, von denen mehr als die Hälfte in Deutschland tätig ist. 2011 waren wir mit Platz 6 erneut unter den Top Ten der aktivsten Patentanamelder beim Deutschen Patent- und Markenamt. Die Herstellung energieeffizienter Geräte ist ja kein kurzfristiger Trend, sie ist gesellschaftlich erwünscht und notwendig für eine bessere Lebensqualität.
Unser IFA-Messestand soll die hohe Relevanz, die die Forschung und Entwicklung für unsere Marke hat widerspiegeln, weshalb wir unsere Technologien  unter dem Motto „From Lab to Life“ an knapp zwanzig Teststationen auf die Probe stellen. Experten und Ingenieure aus dem Bosch-Team werden Journalisten, Fachpublikum, aber besonders auch dem interessierten Besucher den Stand der neusten Technik nahe bringen und so für das Thema „Energiewende im privaten Haushalt“ sensibilisieren.
Claudia Kemfert: Jeder Unternehmer kann sich durch die gezielte Verbesserung von energieeffizienten Technologien oder dem Erschließen neuer Geschäftsfelder beteiligen. Natürlich benötigen wir für die Energiewende auch innovative und mutige Politiker, die die Rahmenbedingungen richtig setzen.

Wird Deutschland von der Energiewende profitieren?
Claudia Kemfert: Beträchtliche Investitionen sind notwendig, die jedoch wiederum Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen. Die deutsche Wirtschaft kann dabei wie keine andere von der Energiewende, dem Boom in erneuerbaren Energien, bei neuen Kraftwerken, der Verbesserung der Energieeffizienz, dem nachhaltigen Städtebau und der Mobilität profitieren. Denn in Deutschland ist das notwendige Knowhow im Anlagen-, Infrastruktur- und auch Kraftwerksbau  zur Genüge vorhanden. Hunderttausende neue Arbeitsplätze können so neu geschaffen werden. Die Energiewende bietet definitiv mehr wirtschaftliche Chancen als Risiken.

Wie kann der Beitrag der privaten Haushalte aussehen?
Claudia Kemfert: Jeder Haushalt kann sich an der Energiewende beteiligen. Dazu muss das Energiesparen insgesamt großgeschrieben werden, indem beispielsweise energiesparende Hausgeräte genutzt werden, Ökostrom gekauft wird oder man elektromobil mit öffentlichen Verkehrsmitteln und der Bahn oder dem Fahrrad unterwegs ist bzw. alternative Kraftstoffe nutzt.
Harald Friedrich: Die privaten Haushalte haben einen erkennbar hohen Anteil am Gelingen der Energiewende. Wir alle sind aufgerufen, mit den natürlichen Ressourcen der Erde verantwortlich umzugehen.Aktuelle Studien gehen davon aus, dass der sofortige Ersatz des Gesamtbestands an Hausgeräten durch effiziente Best-Geräte allein in Deutschland eine Reduktion des heutigen Strombedarfs um 22 Mrd. kWh zur Folge hätte. Abgesehen davon, dass sich supereffiziente Produkte unmittelbar positiv auf die Stromrechnung auswirken. Die Investition in diese wegweisende Technik lohnt sich also doppelt. Unsere neue Gesprächsreihe „Bosch Home Forum“ werden wir gezielt nutzen, um mit Experten die Verbraucher auf dieses und weitere Themen aufmerksam zu machen, die zukünftig im Haushalt eine Rolle spielen werden.

Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet seit April 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin. Sie ist Wirtschaftsexpertin auf den Gebieten Energieforschung und Klimaschutz. Claudia Kemfert war Beraterin von EU Präsident José Manuel Barroso und ist in Beiräten verschiedener Forschungsinstitutionen sowie Bundes- und Landesministerien tätig. Sie ist eine mehrfach ausgezeichnete Spitzenforscherin und gefragte Expertin für Politik und Medien. Zuletzt erhielt sie die Urania Medaille und den B.A.U.M Umweltpreis in der Kategorie Wissenschaft.

Harald Friedrich ist seit August 2011 Geschäftsführer der Robert Bosch Hausgeräte GmbH.  Friedrich, der seine Karriere bei der BSH-Marke Neff in Bretten begann, war viele Jahre für den Vertrieb der BSH-Marken in den nordischen Ländern zuständig, bevor er 2002 zum Leiter des Internationalen Key Account Managements berufen wurde und 2010 zusätzlich die Verantwortung für die Länder Schweiz und Österreich und die BSH-Gesellschaften in Osteuropa übernahm.

Pressebilder: 8447_01 bis _02

Journalistenkontakt:
Astrid Zászló
+49 (0)89 4590 2906
presse.bosch@bshg.com


2011 feierte die Bosch-Gruppe ihr 125-jähriges Bestehen – und seit über 75 Jahren steht der Name Bosch auch bei Hausgeräten für Entwicklungskompetenz, Qualität und Zuverlässigkeit. Bereits Firmengründer Robert Bosch, der im Jahr 2011 ganze 150 Jahre alt geworden wäre, bekannte sich zu dem bis heute gültigen Leitgedanken, „Technik fürs Leben“ herzustellen. Diese Tradition verpflichtet und motiviert das Unternehmen bis heute: Als führende Hausgeräte-Marke in Europa fertigt Bosch Kühlgeräte, Waschmaschinen und Trockner, Geschirrspüler, Herde sowie Consumer Products für Haushalte auf der ganzen Welt. Seit Generationen erleichtern diese Produkte den Alltag der Menschen und verhelfen ihnen zu mehr Lebensqualität. Das Streben nach substanzieller Wertigkeit und Perfektion spiegelt sich nicht nur wider in einer ausgereiften Funktionalität der Geräte und leistungsstarker Technik, sondern auch in einer immer wieder ausgezeichneten Produktgestaltung. Der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur, der schon seit jeher zu den Unternehmensgrundsätzen zählt, äußert sich in energieeffizienten, Ressourcen schonenden und nachhaltigen Produkten und Prozessen.

Mehr Informationen unter www.bosch-home.com/de.

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